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Was ist Selbsthilfe?

Selbsthilfe fängt alles auf,
aber nur, wenn du dir selber hilfst.
Wege der Selbsthilfe werden dir gezeigt,
gehen musst du sie selber.

 

Selbsthilfe ist eine freiwillige, unentgeltliche, auf Solidarität Gleichbetroffener beruhenden Dienstleistung am Nächsten. Der Betroffene wird rasch zum Experten in eigener Sache mit realistischem Blick für das Machbare - auch wenn dies bis heute kaum ein Beteiligter im Gesundheitswesen wahrhaben will. Selbsthilfe repräsentiert die "erlebte Kompetenz", also jenes Wissen, das hilft, den Alltag trotz sozialer und/oder gesundheitlicher Problemlagen im Leben zu meistern. Sie ergänzt sich vortrefflich zur "erlernten Kompetenz" der Medizin, der Sozialwissenschaft und -pädagogik und anderer theoretischer Einsichten.

Das ist also Selbsthilfe?

Nein, sie ist in Wirklichkeit bunter, lebendiger, vielfältiger, in kein Schema zu pressen. Sicher: der Gedanke der Selbsthilfe ("Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner") ist nicht neu. Doch die Hinwendung dieser Menschen zu diesem Gedanken kommt einer neuen sozialen Bewegung gleich, die Antworten auf neue Fragen sucht und wohl auch vermittelt. Diese Fragen kreisen letztlich um die Alltagbewältigung von schwierigen gesundheitlichen und sozialen Lebenslagen.

Was leistet da die Selbsthilfe?

Sie ist jener Raum, wo - oftmals erstmals - eine persönliche, offene und vertrauensvolle Auseinandersetzung mit dieser Lebenssituation stattfinden kann, wo das Zuhören und das Verständnis im Vordergrund stehen, ein Austausch und eine gegenseitige Beratung füreinander individuell erfahrbar wird. Das sind jene Faktoren, die eine Lebensqualität trotz bzw. mit der chronischen Erkrankung oder einer sozialen Benachteiligung erlauben.

Dieses Wissen und diese Fähigkeiten nach außen zu tragen, es zu einer Informationsdienstleistung in Sachen Aufklärung und Interessenvertretung weiter zu entwickeln - auch das sind unübersehbare Zeichen einer Leistung der Selbsthilfe. Dadurch wird auf Dauer der Betroffene ernster genommen und erfährt jene Zuwendung, die er tatsächlich braucht- und jetzt nicht erhält.

Ein fiktives Gespräch über Selbsthilfe

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